Allgemeines

Was ist eigentlich MCAS?

Die Mastzellen

Um zu verstehen was das Mastzellaktivierungssydrom ist, muss man zuerst wissen was die Mastzellen sind. Diese sind im Immunsystem für die Erkennung von Krankheitserregern zuständig. Wenn sie also einen Krankheitserreger, wie zum Beispiel die Erreger einer Grippe oder eines Magen-Darm-Viruses, erkennen, setzen sie Mastzellmediatoren frei. Darunter ist der bekannteste: Histamin. Diese Mastzellmediatoren erzeugen dann Symptome, wenn sie an Zellen andocken.

Das Mastzellaktivierungssyndrom

Das Mastzellaktivierungssyndrom (kurz: MCAS) ist die Überaktivierung der Mastzellen. Dadurch reagieren diese nicht nur auf Krankheitserreger, sondern können auf alles mögliche reagieren. Zum Beispiel auf Materialien, Kosmetikartikel, Inhaltsstoffe von Fertigprodukten, Lebensmittel, Arzneimittel, Duftstoffe, Chemikalien, Wetterumschwünge, Kälte, Wärme, jegliche Anstrengung (damit sind nichtmal zwingend größere Anstrengungen wie z.B. Sport gemeint, das kann manchmal auch schon sein, sich einfach nur zu unterhalten oder laut Musik zu hören o.ä.), Hunger und Stress. Diese Liste ist aber unendlich, kann sich jederzeit ändern und ist bei jedem Patienten anders. Das Mastzellaktivierungssyndrom lässt sich daher nicht anhand eines einheitlichen Krankheitsbildes erkennen. Deshalb wird es vermutlich auch so schwer beziehungsweise gar nicht erkannt. Jeder Fall präsentiert sich anders. Die Symptomkonstellation ist so wandelbar wie ein Chamäleon. Mindestens! Deshalb wird die Krankheit auch oft „Chamäleon-Krankheit“ genannt.

Ein Vergleich zwischen einem normalen Immunsystem, einem Immunsystem mit MCAS und mit Mastozytose

Viele haben schon einmal von Mastozytose gehört und sind verwirrt wo der Unterschied zwischen MCAS und Mastozytose liegt. Um den Unterschied zwischen Menschen mit MCAS oder Mastozytose und einem „gesunden“ Menschen zu verdeutlichen:

Ein Specht hilft einem Baum gesund zu bleiben, in dem er Maden unter der Rinde herausholt und isst. Dies ist das Verhalten der Mastzellen bei einem „gesunden“ Menschen ohne MCAS oder Mastozytose. Wenn auf diesem Baum aber sehr viele Spechte sind, schaden sie dem Baum durch ihre Anzahl. Dies ist der Fall bei einem Menschen mit Mastozytose. Hier ist also die Menge der Mastzellen das Problem. Sind auf dem Baum allerdings eine angemessene Menge von Spechten, diese aber viel zu stark die Rinde zerstören und somit zu stark „arbeiten“, schaden sie dem Baum auch. Allerdings tun sie dies auf eine andere Weise, durch ihr Verhalten und nicht durch die Menge. Bei Patienten mit dem Mastzellaktivierungssyndrom ist dies der Fall. Es ist also nicht die Menge der Mastzellen das Problem, sondern das Verhalten dieser.

Die Symptome

Zu den Symptomen können gehören:

  • Hautrötung
  • Hautausschläge
  • Neigung zu Blutergüssen
  • rötliche/blasse Gesichtsfarbe
  • Juckreiz
  • brennendes Gefühl / Missempfindungen
  • Benommenheit
  • Schwindel
  • Präsynkopen, Synkopen
  • Arrythmien
  • Tachykardien
  • Durchfall
  • Verstopfung
  • Krämpfe
  • Unwohlsein
  • chronische Blasenentzündung
  • Brennen in Blase und Harntrakt
  • Übelkeit, Erbrechen
  • Schluckbeschwerden, Engegefühl im Hals
  • Muskelschmerzen
  • Knochenschmerzen
  • Nervenschmerzen
  • Hirnnebel (Brain fog)
  • Störungen der Funktion des Kurzzeitgedächtnisses
  • Wortfindungsstörungen
  • Kopfschmerzen
  • Migräne
  • Trigeminusneuralgie
  • verstopfte Nase
  • Husten, Keuchen, Asthma
  • nicht-allergische Rhinitis mit eosinophilem Syndrom
  • obstruktive Schlafapnoe
  • Augenbeschwerden, Konjunktivitis
  • Rötung
  • Komorbide
  • psychiatrische und verhaltensbedingte Symptome, als Folge der Freisetzung von Mastzellmediatoren im Gehirn (Angst, Depression, Stimmungsschwankungen usw.)
  • generalisierte Erschöpfung und Krankheitsgefühl
  • Nahrungsmittel-, Arzneimittel- und Chemikalienallergien oder Intoleranzen (besonders Duftstoffe)
  • Kälte- und Wärmeintoleranz
  • Wetterfühligkeit
  • Histaminintoleranz

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